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Wie werde ich ein echter Linuxer?

Wie werde ich ein echter Linuxer. Anleitung in 18 Punkten


– Bezeichne dich als „Profi“. In Steigerungsform „Computer-Profi“ und falls du besonders lahme klingen willst „EDV-Profi“.


– Lass dir einen Schnauzbart wachsen.


– Interessiere dich für Betriebssysteme, und entwickle tiefe religiöse Gefühle wenn es darum geht welches Betriebssystem DU benutzt. Betrachte dich als Kreuzritter in der epischen Schlacht gegen das absolut Böse. Das Überleben der  Menschheit steht auf dem Spiel!


– Rede in jeder Situation von „kernel“, „shell“, „x-term“ und „open source“, insbesondere auf Partys und in öffentlichen Verkehrsmitteln. Das ermöglicht es dir zu beeindrucken und für einige Sekunden zu brillieren, auch wenn sich der Mehrzahl deiner Zuhörer vor Peinlichkeit die Fußnägel aufrollen.


– Schwöre auf kryptische und unbenutzbare Programme wie vi, emacs, gnuplot, x-wix etc. Falls das jemand belächelt, sage diese Programme seien „mächtig“.


– Habe starke Meinungen. Lautstarkes Geschwätz, anderen ungefragt ins Gesicht geblasen, gibt dir Recht.


– Benutze ausschließlich Shareware und Freeware, vornehmlich Lebenswerke skandinavischer Gummizelleninsassen. Fiebere zusammen mit einer großen Fangemeinde sehenssüchtig der neuesten Version entgegen und krieche Software und Programmierer gleichermaßen in den Arsch.


– Glaube an das „Anti-Occams-Razor“-Prinzip: Von zwei Programmen die den gleichen Zweck erfüllen ist immer jenes das ‚bessere‘ welches länger zu lernen, schwieriger zu installieren und unangenehmer zu benutzen ist.


– Verwende die Shell. Vertrete dogmatisch die Meinung, die Shell sei jeder anderen Art einen Computer zu bedienen überlegen. Lerne jedes hieroglyphische Kommando and versuche andere damit zu beeindrucken. Auch in 50 Jahren werden Computer nur mit Befehlen wie „tar -xvf bullshit“ richtig zu bedienen sein.


– Benutze Skriptsprachen. Alle Probleme für die Computer notwendig sind werden am professionellsten durch aufgeblasene, langsame und fehleranfällige Skriptschlachten gelöst.


– Lese Foren und Newsgroups und beteilige dich an Diskussionen über Linux. Predige mit missionarischem Eifer für die Verkündung des Linus, denn du bist erleuchtet. Gelobe geistige Armut, Gehorsam und ewige Betriebssystemkeuschheit. Pilgere mindestens einmal in deinem Leben zu einem Linux-Kongress.


– Mache es dir zum Lebensinhalt, „fvwm“ einzurichten, „Filesysteme zu mounten“ und „sendmail“ zu konfigurieren. Dabei ist es von untergeordneter Bedeutung, ob diese jemals benutzt werden. Behaupte trotzdem standhaft vor Kollegen, dies alles sei „unverzichtbar“.


– Beglücke jeden in Emails und Forumsbeiträgen mit lustigen Zitaten aus „Star Trek“, „Herr der Ringe“ sowie „Per Anhalter durch die Galaxis“. Gleichgesinnte werden sich freuen, dass auch DU geistig in der Pubertät stecken geblieben bist.


– Baue in deinem Ein-Personen-Haushalt ein Linux-Netzwerk mit mehreren Rechnern auf. Die Faszination, einen Computer durch einen anderen fernzusteuern, entspricht der kindlichen Begeisterung einer elektrischen Spielzeugeisenbahn und wird dir über viele einsame Stunden hinweghelfen.


– Bereichere das Internet mit einer Lynx-kompatiblen Webseite, auf der Bilder von dir selbst, deiner Exfrau und dem Linux-Maskottchen zu finden sind. Sorge dafür, dass Verweise auf diese wichtigen Informationen richtig in Internet-Suchmaschinen eingetragen sind. Vergiss den Web-Counter nicht.


– Gebe dich wissenschaftlich. Lasse bei anderen den Eindruck entstehen, dass du Computer und Linux für komplizierte informatische Probleme einsetzt. Nicht funktionierende Drucker und flimmernde Bildschirme sind dabei lediglich ein „Konfigurationsproblem“.


– Bekämpfe jeden Versuch Computer zu vereinfachen und deren Bedienung zu erleichtern. Denn wenn das eintritt, bist du sofort kein „Profi“ mehr.


– Falls das alles nicht klappt, werde zum „Propheten des Untergangs“. Verbreite überall die depressive Philosophie „alles war früher besser“ oder „es herrscht kein Idealismus mehr, jeder strebt nur noch nach Profit“.